Online: 20.03.2018 - ePaper: 21.03.2018

Dragahn: Lage undurchsichtig

Betrifft: Artikel "Ungefährlich, aber..." (EJZ vom 10. März)

Nach den beiden Präsentationen des Landkreises in Karwitz erscheint mir die Lage in Dragahn noch um Einiges undurchsichtiger als im Bericht geschildert. Was für Materialien gelangten auf das Gelände? Wo ist Erdreich verschoben worden? Wo ist was durchgesickert, was ist mit den Abwässern genau geschehen? Sind wirklich alle in Frage kommenden Stellen untersucht worden? Lassen sich die Ergebnisse heutiger und früherer Untersuchungen erklären beziehungsweise stimmen sie überein?

Aufgrund einer Mischung aus Sorglosigkeit, Ignoranz und Verschleppung in den vergangenen Jahrzehnten wird sich auch schwerlich jetzt noch größere Gewissheit erlangen lassen. Grund genug also für eine sorgfältige, umfassende, in kurzen Abständen regelmäßige Untersuchung des Trinkwassers. Auf meine Nachfrage beim Wasserverband im Jahr 2009 nach Untersuchungen auf Nitroaromaten wie TNT- Sprengstoff erhielt ich die Antwort, dass regelmäßig auf Abbauprodukte der Sprengstoffe untersucht wird und keine Nitroaromaten in der Vergangenheit gefunden wurden. Warum diese Ergebnisse nicht veröffentlicht werden, wie der Wasserverband ja doch sonst umfangreiche Analysen veröffentlicht, darüber lässt sich nur spekulieren. Es wäre dringend zu wünschen, dass der Landkreis diese Untersuchungen und die Veröffentlichung der Ergebnisse in der Zukunft zur Auflage macht. Wenn dann noch der Eigentümer in Verantwortung für die heutige und kommende Generationen die gefundenen Sprengstoffreste entfernen lassen würde, wäre erst einmal das Wichtigste getan. 30 Gramm auf ein Kilogramm - weiß jeder Kuchenbäcker - ist keine Verunreinigung mehr, sondern greifbare Substanz. Beim Abbau und Recycling dieser Menge würde der Eigentümer am Ende vielleicht noch reich...

Reinhard Rengel,Karwitz

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