Online: 30.03.2018 - ePaper: 30.03.2018

Mehr Sorgfalt bei der Wortwahl

Betrifft: Artikel "Gericht verurteilt deutsche IS-Kämpfer" (EJZ vom 15. März)

Es gibt leider wieder einmal eine grausame sprachliche Nachlässigkeit im Bericht über den IS in Afghanistan. Da ist zu lesen von "... (be)nutzen von Kindern" im Zusammenhang mit Hinrichtungen von Gefangenen durch Kinder. Um es kurz zu machen: Das ist Missbrauch von Kindern, und die sprachliche Verharmlosung dieser Verbrechen (gegen die Kinder) trägt leider immer wieder dazu bei, dass dieses Thema nicht den Stellenwert in dieser Tätergesellschaft bekommt, den es verdient hätte. Da macht sich die EJZ mitschuldig. Wer so etwas als Journalist ins Textprogramm haut, dem kann ich - zum wiederholten Male - nur die alte Handwerkerweisheit empfehlen: erst grübeln, dann dübeln. Und das gilt auch für die Presse, die so etwas veröffentlicht.

Kindesmissbrauch ist nichts Nebensächliches, sondern ist ein Verbrechen, das auch so genannt gehört. Kinder sind wehrlose Schutzbefohlene, und da erwarte ich mehr Sorgfalt bei der Wortwahl.

Arno Freihold, Vietze

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