Online: 06.04.2018 - ePaper: 07.04.2018

Arbeitskreis aufgelöst

Betrifft: Leserbriefe "Grüne Glaubwürdigkeit beim Klimaschutz" von Dr. Julia Verlinden (MdB) und "Wirtschaft nimmt Tote in Kauf" von Johann E. P. Strauß (EJZ vom 24. März)

Ich möchte die Aussagen beider Leserbriefe ein Stück weit zusammenbringen. Erstens die Aussage: "Es sind nicht nur Industriebosse und Politiker, die hier als Täter agieren." Zum Zweiten: "… wer direkt vor Ort etwas für den Klimaschutz tun will, kann sich an den Arbeitskreisen des Klimaschutz-Masterplans beteiligen."

Als Vertreter einer Natur- und Umweltschutzorganisation bin ich in dem Arbeitskreis Landwirtschaft aktiv, der von der Klimaschutzleitstelle eingerichtet wurde. Dort sollte es genau um das "Tun" gehen, das Frau Dr. Verlinden einfordert. Die Verbandsvertreter, die in der Land- und Forstwirtschaft etwas zu bewegen hätten, haben - vorsichtig formuliert - selbst bei den einfachsten Dingen keine Umsetzungsmöglichkeiten gesehen.

Bei allen Vorschlägen, die aus der Runde kamen, wurde lobend zugestimmt, aber beim Umsetzen verhielt man sich wie die Katze auf dem heißen Blechdach. Selbst die einfachste Anregung, wie eine Kleeeinsaat auf einem Acker, um auch Stickstoff aus der Luft zu holen, war schon zu viel des Guten. Als Krönung des Ganzen existiert dieser Arbeitskreis nun nicht mehr. (Siehe: https://klimapakt.org/)

Inzwischen ist die Erkenntnis bei jedem angekommen, dass die Weichen auf dieser Welt verkehrt gestellt sind. Der Zug rast jedoch weiter, und jeder einzelne hat Angst, die Notbremse zu ziehen.

Albert Doninger, Marleben

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