Online: 13.04.2018 - ePaper: 14.04.2018

Natur gibt es nicht beim Discounter

Betrifft: Artikel "Über den Gartenzaun schauen (EJZ vom 5. April)

Ich lese diesen Artikel und denke: "Wann wacht ihr denn endlich auf?" Es ist nicht der erste Artikel dieser Art, weder in diesem Jahr noch in den vergangenen. In diesem Landkreis (ja, natürlich auch anderswo) wird seit einigen Jahren vehement daran gearbeitet, Natur zu beseitigen. Es scheint Mode zu sein. Nicht nur, dass sich Hausgärten in Baumarktgeröllwüsten verwandeln, wo jedes bisschen Grün durch den Einsatz von Glyphosat, Essigessenz oder Salzlauge beseitigt wird, nein, auch die Gemeindearbeiter sind wieder fröhlich damit beschäftigt, beim Frühjahrsputz alles Buschwerk an den Straßen und zwischen den Bäumen zu beseitigen. Ordnung muss sein!

Die Landwirte machen weiterhin sehr effizient Hecken und kleine Wäldchen platt - die Flächen müssen gut ausgenutzt werden! Es hat ja eh nicht wirklich Konsequenzen, die Natur hat keine echte Lobby und es scheint kaum einer zu begreifen, was wir alles zu verlieren haben. Das lässt sich nämlich nicht im Discounter neu kaufen. Lebensräume für Vögel zu schaffen heißt halt nicht nur, Vogelfutter für die "süßen Kleinen" hinzustellen. Zum Überleben der Vögel gehören auch die "ekligen" Insekten, und auch die brauchen ihre Lebensräume, und die sind leider, leider nicht in einer sterilen, vergifteten Umwelt zu finden. "Die Natur zerstört alles", sagte mal ein Landwirt in einem Gespräch zu mir. Da kann ich eigentlich nur noch müde lächeln und sagen - klarer Fall von Projektion.

Imke Scharmer, Dannenberg

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