Online: 13.04.2018 - ePaper: 14.04.2018

Immer achtloser im Umgang mit der Natur

Betrifft: Müll in der Landschaft

Bevor im wahrsten Sinne des Wortes Gras drüber wächst, möchte ich meinem Ärger über die zunehmende Vermüllung Lüchow-Dannenbergs Luft machen. Die längeren Tage brachten es ans Licht: Die Grasflächen entlang der B191 waren über den Winter zu einer Müllkippe verkommen. Nicht nur dort, sondern egal, wo man hinsieht, liegt immer mehr Müll in der Landschaft. Der Anblick erinnerte mich an manche afrikanische Länder vor Einführung der Müllabfuhr oder eines Plastiktütenverbots. Immer mehr Menschen werfen ihren Müll einfach aus dem Auto in die Landschaft, teilweise gleich säckeweise, aber auch Einzelmüll. Man kann genau rekonstruieren, wie lange es dauert, bis ein McDonalds-Menü verzehrt ist. Neben Zigarettenschachteln (mit Plastikhülle) und Taschentüchern ist McDonalds Einweggeschirr der häufigste Müll dort.

Woran liegt dies? Warum werden die Menschen immer achtloser im Umgang mit der Natur? Sind sie dieser mittlerweile so entfremdet, dass sie nicht mehr wissen, dass Plastikmüll über Flüsse im Meer und dann über die Nahrungskette wieder auf unseren Tellern landet? Oder schlimmer noch: Macht es ihnen nichts aus?

Sammelaktionist eingeschlafen

Es gab auch mal Bürger in Dannenberg, denen der Müll in der Landschaft nicht egal war und die im Frühjahr Müllsammelaktionen organisierten. Die Aktionen sind mangels Teilnehmern seit einigen Jahren eingeschlafen, vermutlich auch aus Frustration über den ständigen Müll-Nachschub.

Nachfrage bei der Samtgemeinde: Für die Bundesstraßen sei man nicht zuständig. Wäre doch aber eine sinnvolle Aufgabe: Müll sammeln statt Kahlschlag an Hecken und Grünflächen!

In Rom setzt man jetzt Häftlinge ein, um den Müll in der Stadt einzusammeln (die EJZ berichtete kürzlich darüber). Das Problem scheint global zu sein und Dannenberg liegt voll im Trend. Aber es geht auch anders - in Japan soll es noch nicht einmal öffentliche Mülleimer geben, weil die Menschen ihren Müll von unterwegs grundsätzlich mit nach Hause nehmen und dort entsorgen.

Wie schafft man es, auch hierzulande Menschen zu einem achtsameren Umgang mit ihrer Umwelt zu bringen? Sicher nicht durch das Verfassen von Leserbriefen, aber vielleicht haben einige Leser ja eine bessere Idee?

Dr. Ebba Käse, Dannenberg

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