Online: 13.04.2018 - ePaper: 14.04.2018

Lebendige Gärten

Betrifft: Das Verschwinden der Vögel

Früher bin ich im Frühling oft geweckt worden vom Gesang der Vögel und hätte es mir etwas weniger kräftig gewünscht. Heute sind die morgendlichen Laute eher dünn geworden. Als Kind bin ich zum Gesang der Vögel zum Gartentor gehüpft und habe mich beschwingt und glücklich gefühlt.

Vögel vermitteln uns Leichtigkeit und setzen Lebensprozesse in Gang, in uns und auch in den Pflanzen. Sie verteilen im Flug Lebenskräfte über die Gärten und das Korn und tragen somit zum Wachstum bei.

Die Schöpfung ist so erdacht, dass alles planvoll ineinander greift, wie Zahnräder ineinander greifen und sich drehen. Nichts steht isoliert für sich; Leben ist permanenter Austausch.

Die Vogelpopulationen gehen zurück, ebenso ihre Kraft. Kaum noch Insekten und Samen. Wie sahen unsere Windschutzscheiben früher nach einer längeren Fahrt aus und wie heute? Und wie blühte es in den Gärten, auf den Wiesen und Feldern? Heute gleicht alles einer grünen Wüste. Die Vögel brauchen dringend unsere Hilfe und Wertschätzung. Wir sollten sie das ganze Jahr über füttern, bis wir unsere Gärten, Wiesen, Randstreifen und Felder wieder zum Blühen gebracht haben mit insektenfreundlichen Pflanzen, Sträuchern und Bäumen und heimischen Pflanzen, die Samen spenden. Besonders für die aufwendige Brutpflege im Frühjahr benötigen sie viel Energie. Es gibt spezielles Sommerfutter, zum Beispiel Fettknödel mit Insekten, die von Professor Dr. Berthold in seinem Buch "Vögel füttern, aber richtig" empfohlen werden. Man erhält es in Futter- und Gartenmärkten. Auch im Internet finden sich Hinweise zur richtigen Sommerfütterung und wie man Gärten und Randstreifen wieder lebendig bekommt. Es ist an der Zeit, etwas zurückzugeben für all das, was wir in den vergangenen Jahren ganz umsonst erhalten haben.

Gisela Heitzer, Hitzacker

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