Online: 13.04.2018 - ePaper: 14.04.2018

Randgruppe?

Betrifft: Leserbrief "Alles Faschisten?" von Johann Fritsch (EJZ vom 31.März)

Gern verfolge ich die Leserbriefe in der EJZ und staune oft über viele der Themen, die hier äußerst lebendig und manchmal auch heftig diskutiert werden. Heute aber kann ich mich doch nicht zurückhalten und muss selbst einmal einen Kommentar zu dem Leserbrief von Herrn Fritsch: "Alles Faschisten?" verfassen.

Er schreibt: "Also keine Witze über Ausländer, dicke Linkshänder, gleichgeschlechtliche Beziehungen, vegane Antialkoholiker und Muslime. Und schon gar nicht über Frauen und andere Randgruppen." Ich kann es ja nachvollziehen, dass jemand sich von anderen Weltanschauungen und dem anderen Geschlecht meint abgrenzen zu müssen, meinetwegen auch unsachlich und platt. Aber dass hier alle Frauen über einen Kamm geschoren und als Randgruppe bezeichnet werden, das geht mir dann doch über meine weibliche also "Randgruppen-Hutschnur". Zumal laut statistischem Bundesamt rund eine Million mehr weibliche als männliche Personen in Deutschland leben.

Dem Frauenbild von Herrn Fritsch entspricht demnach also die folgende Definition von Randgruppen, die ich hier gern wiedergebe und der ich auch nichts weiter hinzufügen möchte: Gruppe von Personen, die sich hinsichtlich ihrer Bedürfnisse, Interessen oder Vorlieben oder aufgrund von Krankheiten oder Behinderungen und ähnlichen Faktoren von der Mehrheit der Gesellschaft unterscheiden und deswegen häufig isoliert leben und Diskriminierungen erfahren.

Gesine Wahl, Katemin

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