Online: 07.05.2018 - ePaper: 08.05.2018

Abwarten richtig

Betrifft: Artikel "Die Glaubensfrage vom Langenberg?" (EJZ vom 2. Mai)

Ist es wirklich so, wie in dem Artikel über die jüngste Sitzung des Stadtrates Hitzacker und im Kommentar "Fahrlässiger Rückzieher" von Thomas Lieske zu lesen? Ich kann es mir nicht vorstellen. Ich mag mir einfach nicht vorstellen, dass es nur einen im Rat gibt, der sich Sorgen macht, nur eine, die die Situation richtig erkannt hat und sofort eine Lösung will. Ist es nicht viel mehr so, dass schon seit eineinhalb Jahren an dem Problem gearbeitet wird? Ist es nicht so, dass Baumfällungen voran getrieben wurden, um einerseits die Hang-Bewegung zu minimieren und andererseits durch neue Wurzelung zu stärken? Ist es nicht so, dass im Gutachten auch steht, dass man dem Problem mit einer minimalen Sanierung zu Leibe rücken könnte?

Ernsthaft, ich muss hier keine Lanze brechen. Auch wenn ich mit vielen Entscheidungen des Rates nicht einverstanden bin, aber das Ganze grenzt nun schon an zweifelhafte Information. Im Artikel wird suggeriert, dass das Risiko, dass jemand zu Schaden kommt, aus Sparmaßnahmen in Kauf genommen wird. Auch hier ist die Berichterstattung nicht wirklich glücklich. "In den Haushalt gestellt" bedeutet ja nicht, dass das Geld einfach da ist. Es nun nicht auszugeben, bedeutet eben nur, keine Schulden zu machen. Das ist schon ein Unterschied.

Ich finde es vollkommen legitim, dass wenn es kostengünstigere Varianten im Gutachten gibt, auch diese in Betracht zu ziehen. Nur weil das Wort "Gefahr" im Raum steht, sollte man nicht automatisch das "Worst-Case-Szenario" herauf beschwören und kopflos die teuerste Variante (die übrigens auch intensiven Eingriff in die Natur bedeutet) durchziehen, weil man mal 300000 Euro in den Haushalt gestellt hat. Wir wissen alle, dabei wird es nicht bleiben. Wie schnell verdoppelt sich so ein Betrag.

Auch wenn ich mit vielen Entscheidungen unserer Ratsleute hadere, sage ich doch, dass ich glaube, hier ist die Entscheidung, ein wenig abzuwarten und dann erst zu entscheiden, genau die richtige gewesen. Denn ich bin davon überzeugt, dass niemand im Rat ernsthaft aus Spargründen eine gefährliche Situation für Leib und Leben in Kauf nehmen würde. In diesem Sinne hätte ich mir etwas objektivere und ausführlichere Berichterstattung gewünscht.

Alexander Ottavio, Hitzacker

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