Online: 14.05.2018 - ePaper: 15.05.2018

Wolf dezimiert Artenvielfalt

Betrifft: Artikel "Debatte um den Wolf. Schutz statt Abschuss" (EJZ vom 24. April)

Die EJZ berichtete in einem redaktionellen Artikel über die Auffassung der Bundestagsabgeordneten Dr. Julia Verlinden zum Problem "Wolf und Schutz der Weidetiere". "Wir wollen Wolf und Weidetiere schützen", so wird Frau Verlinden zitiert. Für den Wolf gelte Schutz statt Abschuss. Diese Auffassung der Grünen ist nicht neu.

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen fordert eine bundeseinheitliche Entschädigungsregelung für die vom Wolf gerissenen Herdentiere. Bei ständig zunehmenden Wolfsrissen wird sich zukünftig eine Dezimierung der Wolfspopulation mit der Büchse nicht vermeiden lassen. Es ist den Menschen im Lande nicht zu vermitteln, dass wegen fehlender Finanzmittel kommunale Gebäude und Straßen nicht sachgerecht unterhalten werden, dass für die zeitgemäße Personal- und Sachausstattung der Kitas und Schulen das erforderliche Geld fehlt, aber andererseits für die Hege und Pflege des Raubtieres Wolf beachtliche Summen an Geld bereitgestellt werden.

Man kann es drehen und wenden wie man will, der Wolf gehört nicht mehr in unsere dicht besiedelte Kulturlandschaft. Man will Artenvielfalt. Der Wolf dezimiert die Artenvielfalt. Die Mufflons in der Göhrde hat der Wolf beseitigt. Rotwild und Rehwild verlieren die zur Gesunderhaltung erforderliche Vitalität, weil der Wolf als aktiver Nachtjäger die genannten heimischen Wildarten nicht zur Ruhe kommen lässt.

Die Weidetierhalter beklagen die ständig zunehmenden Wolfs-risse. Man kann die Weidetiere, die meistens in Herden gehalten werden, nicht so schützen, dass sie vor Wolfsrissen sicher sind. Die Agrargenossenschaft Ziesar in Brandenburg beklagte in der letzten Aprilwoche den Verlust von sechs Kälbern, die der Wolf von zwei Mutterkuhherden gerissen hatte.

Am Ende des oben angeführten Artikels wird festgestellt, dass die Wildschweine im Vergleich zum Wolf größeren Schaden anrichten. Diese Feststellung ist Unfug. Der durch Wildschweine angerichtete Schaden hält sich sehr in Grenzen, darüber hinaus werden Wildschweinschäden durch den Jagdpächter reguliert. Der durch Wolfsrisse angerichtete Schaden ist um ein Vielfaches höher und geht zulasten der Steuerzahler.

Wilhelm von Gottberg, MdB

Külitz

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