Online: 14.05.2018 - ePaper: 15.05.2018

Pflegenotstand künstlich verschärft

Betrifft: "Niemand da, wenn Hilfe gebraucht wird" (EJZ vom 24. April)

Der Pflegenotstand wird sich auf dem Lande ab 2020 durch die Politik künstlich verschärfen: Die Zusammenlegung der Pflegeberufe Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege ("Generalistik") wird ländlichen Pflegebetrieben die Ausbildung deutlich erschweren: Lange Ausbildungsabschnitte können die Azubis ab 2020 nicht mehr im Stammbetrieb absolvieren, sondern müssen weite Wege in Kauf nehmen. Die viel theoretischere und umfangreichere Stoffmenge wird viele Azubis abschrecken, die eher praktisch veranlagt sind. Und bezweifelt wird auch, dass alle Altenpflegebetriebe auf dem Lande überhaupt ausreichend Kooperationspartner wie Krankenhäuser für Ausbildungsstationen finden, die für einen Altenpfleger gar nicht erforderlich wären. Einige Betriebe im ländlichen Raum werden entsprechend ab 2020 keine neuen Azubis mehr annehmen (können). Leider hat Berlin während des gesamten Gesetzgebungsprozesses entsprechende Warnungen (unter anderem des größten Verbandes der Altenpflegebetriebe, des BPA) weitgehend beiseite gewischt.

Dr. Clemens Krohn,

Geschäftsführer

Hauskrankenpflege Behrens, ↔Lüchow

^ Seitenanfang