Online: 14.05.2018 - ePaper: 15.05.2018

Event als Naturkatastrophe

Betrifft: Artikel "Sommernachts(alb)traum" (EJZ vom 8. Mai)

In Zeiten des Bienen- und Insektensterbens dürfen wir nicht arglos mit den Lebensräumen wildlebender Tiere umgehen. Menschen können ihren Veranstaltungsraum wählen, Tiere haben keine Wahl. Brütende Vögel, ausgeschlüpfte Nesthocker brauchen Ruhe und Schutz zum Überleben. Klar macht es Spaß, zu dröhnenden Bässen und Techno-Beats ausgelassen zu tanzen und zu feiern. Auf einem Platz im Freien, weit weg von Nachbarn, die sich dadurch gestört fühlen könnten. In der freien Natur gibt es diesbezüglich keinen Stress, denn die Anwohner des Waldes rufen nicht die Polizei, sie bekommen Panik und fliehen. Wie viele Nesthocker in dieser Nacht taub und nicht mehr versorgt werden, bekommen die Besucher der Party nicht mit. Schließlich versteckt ein Vogel sein Nest, um seine Brut zu schützen. Wie auch andere Tiere sich verstecken, die in dieser Zeit Nachwuchs haben. Für sie wirkt dieses Event wie eine Naturkatastrophe, Muttertiere fliehen ohne Kinder.

Nötig: Fantasie und Unterstützung

Wir müssen umdenken und ein Bewusstsein für Umwelt- und Naturschutz schaffen - besonders während der Kulturellen Landpartie. Natürlich setzt ein lösungsorientiertes Verhalten ein gegenseitiges Verständnis der verschiedenen Interessensgruppen voraus und gelingt nur, wenn wir uns von Kommunikationsbarrieren und Schubladendenken verabschieden.

Diese besonders bei jungen Menschen beliebte Veranstaltung braucht Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Durchführungsorten, also: Fantasie an die Macht. Der Wald jedoch ist ein Ort der Ruhe und Stille, ein feines, sensibles, ökologisches System und braucht unsere Wertschätzung und unseren Schutz.

Majanne Behrens,

Prießeck

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