Online: 18.05.2018 - ePaper: 19.05.2018

Für sinnvollere Förderung

Betrifft: Leserbrief "Für junge Familien" (EJZ vom 8. Mai)

Ich stimme Herrn Seelig in seiner Einschätzung zu, dass die finanzielle Förderung von 30 Prozent der Baukosten die Mehrkosten durch Auflagen des Denkmalschutzes nicht aufwiegen und so Hauseigentümern keinen wirklichen Anreiz bietet, tatsächlich aktiv zu werden.

Auch die bisher bewilligten 20 Zuschussanträge sind nach meiner Einschätzung viel zu wenig, um eine wirkliche Trendwende herbeizuführen. Zumal es 93 Anfragen gab - das potenzielle Interesse also um beinahe den Faktor fünf höher lag. Nicht gerechnet sind hier die Hauseigentümer, die sich gar nicht erst gemeldet haben, weil sie ohnehin keine Chance sehen, an Fördergeld zu kommen, da Fördergeld an das Vorhandensein von Eigenkapital gebunden ist - das bei älteren und finanziell schwächeren Menschen, von denen es im strukturschwachen Landkreis ja nicht eben wenige gibt, nicht vorhanden ist.

Für die Erneuerung von Straßen mag es allerdings verschiedene Gründe geben: Oft ist die Grenznutzungsdauer der Straßendecke weit überschritten, dann reicht der Unterbau für die heutigen Verkehrslasten oft nicht mehr aus, mit geschickter Straßenführung kann man den Verkehr leiten und mit gekonnter Planung das Dorf attraktiver machen. Ich hoffe, dass das in Gühlitz gelingt.

Solche Maßnahmen könnten den Rundling tatsächlich für junge Familien interessant machen. Nur: Welcher Hauseigentümer wäre so verrückt, sich die Kreis- oder Samtgemeindeverwaltung einschließlich der gesamten politischen Gremien auf den Hof zu holen, nur um ein paar Prozent mehr Fördergeld zu bekommen? Das müsste man anders gestalten!

Thomas von der Mühlen,

Gühlitz

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