Online: 11.06.2018 - ePaper: 12.06.2018

Panikmache beim Auwald

Betrifft: Artikel "Auen-Dämmerung" (EJZ vom 31. Mai)

Die Raupen des Prozessionsspinners sind ein Problem für die Menschen, ohne Frage. Deshalb begrüße ich es, dass die Straßenbäume und Privatbäume hier in Kapern von der Samtgemeinde Gartow gespritzt wurden. Die Eichen haben damit weniger Probleme. Sie haben in Jahrtausenden eine Strategie gegenüber all ihren Fressfeinden entwickelt: Sie treiben um den 24. Juni - den Johannistag - erneut aus, den sogenannten Johannistrieb. Dieser Blattwuchs ist zur Kompensation von Fraßschäden für Eiche auch Rotbuche wichtig. Es ist also falsch, zu behaupten wie in dem Artikel von Rouven Groß, dass "die Eichen im Raum Gartow massenhaft sterben", dass "die aus naturschutzfachlicher Sicht unersetzbaren Auwälder wegsterben". Solche Behauptungen sind Panikmache. So soll wohl Druck gemacht werden, um die flächendeckende Befliegung gegen die Raupen zu erreichen. Am übelsten finde ich die Falschmeldung zu dem zugehörigen Foto eines angeblich toten Baumes im Abendlicht mit der Unterschrift: "Kahl sind mittlerweile viele Eichen im Raum Gartow - der Eichenprozessionsspinner hat sie totgefressen". Auf meinem täglichen Weg von Kapern nach Schnackenburg stehen viele, zum Teil auch befallene Eichen. Davon ist noch keine einzige "totgefressen".

Dorothee Helm, Kapern

Anmerkung der Redaktion: Richtigerweise weist Frau Helm auf den sogenannten Johannistrieb hin. Doch nach Aussagen sowohl der Samtgemeinde Gartow als auch der Biosphärenreservatsverwaltung ist dieser Johannistrieb durch die Intensität des Befalls bedroht. Und die gleichen Quellen sprechen auch davon, dass bereits Eichen am Befall beziehungsweise den Fraßschäden eingegangen sind.

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