Online: 06.07.2018 - ePaper: 07.07.2018

Eine Fußballwende?

Betrifft: Abschneiden der Fußballnationalmannschaft bei der WM in Russland

Was war da nicht alles zu lesen. Der Druck sagt es schwarz auf Schweiß. Die Füße sind müde. Das Gelenk gebrochen. Kick off Germany, goodbye. Ein Schelm, wer nicht Gutes ahnt: Mit viel Symbolik verabschiedete sich der amtierende Weltmeister auch von den Erwartungen und Hoffnungen. In Russland bezwungen, welch Boden. An die koreanische Halbinsel den Staffelstab übergeben: united & free Korea. Anderen Weltmeistern im Niedergang gefolgt.

Und die Moral von der Geschichte: Es soll an Führungsfiguren, Generationsproblemen gelegen haben. Letztlich satt und behäbig oder vielleicht doch wieder Rumpelfußball? Ein vielstimmiger und vielsagender Twitterchor. Blendete alle Werbegesichter auf einmal ein. Wo bleibt der Fußball? Die beste Nebensache, Aushängeschild und Kulisse. Der Werbewelt. Wenn Deutschland gewann, war es vielleicht "historisch": 1954, 1974, 1990, 2014.

1954 als geachtete wieder integrierte Nation nach dem Krieg. 74 als Warmlaufen der ersten erwachsenen Nachkriegsgeneration. 90 das Wendemärchen nach der Wiedervereinigung. 2014 die Früchte eines starken Exportweltmeisters. Ist nun eine andere Wende erreicht?

Markus Dauber, Dannenberg

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