Online: 06.07.2018 - ePaper: 07.07.2018

Entschuldigung bei den Eltern

Betrifft: Artikel "Debatte über die Debatte mit Zuhörern" (EJZ vom 23. Juni)

Geht es nur mir so, oder kann man das Verhalten der SPD gegenüber dem Samtgemeinderatsvorsitzenden Dieter Sauter nur als mieses Nachtreten bezeichnen? Da scheitert zum wiederholten Male der Versuch, auch noch die beiden kleinen Grundschulen in Trebel und Küsten zu schließen - und die Gegner, allen voran Herr Haase-Mühlner und die SPD, haben nichts besseres zu tun, als am Ende der Sitzung Herrn Sauter aufzufordern, seine Sitzungsleitung ihren Vorstellungen anzupassen oder zurückzutreten, weil er die Ratsmitglieder nicht ausreichend "geschützt" hätte - vor angeblichen Beleidigungen anderer Ratsmitglieder sowie vor den anwesenden Bürgern, einschließlich der betroffenen Kinder.

Diese wurden dann aber gleichzeitig auch noch dafür kritisiert, dass sie nach dem für sie wichtigen Tagesordnungspunkt gegangen sind, und sich nicht gleichermaßen auch für die anderen Themen, wie beispielsweise den - sicherlich folgenreichen - Verlust des Umsatzsteuerprivilegs der öffentlichen Hand interessieren. Dafür können kleine Kinder nach Ansicht einiger Ratsleute anscheinend ruhig auch mal werktags erst zu später Stunde ins Bett gebracht werden und sich - natürlich schweigend - in die Thematik einführen lassen.

Gehts noch? Es spricht Bände über das Demokratieverständnis dieser Abgeordneten, wenn sie uns Eltern in dieser Form kritisieren und vor der einzigen Möglichkeit, die wir seit dem letzten Beschluss hatten, um die Abgeordneten mit unseren Argumenten zu überzeugen - und da, wo nötig, auch zur Rede zu stellen - sogar noch "geschützt" werden wollen.

Sicherlich war die Sitzung von Emotionen geprägt - was aber auch daran lag, dass nicht nur bereits getroffene Entscheidungen aufgehoben werden sollten, sondern auch schmerzhafte Kompromisse, die die Eltern zugunsten eines Erhalts von Küsten und Trebel eingegangen waren, in Frage gestellt wurden. Dabei bescheinigten nach der Abstimmung auch Befürworter der Schulschließungen das hohe Niveau der Nachfragen und Vorschläge.

Das Gleiche kann man für die Stellungnahmen der Schließungsfraktion nicht gerade sagen. Neben dem wenig kreativen Mantra des Sparens verstieg sich ausgerechnet der so schutzbedürftige Herr Haase-Mühlner in Schimpftiraden gegenüber anderen Ratsmitgliedern und den Eltern und bezichtigte diese, dass sie "Menschen zu Monstern" machen würden, nur weil sie anderer Meinung wären. Wenn ein Einschreiten des Ratsvorsitzenden nötig gewesen wäre, um klare Grenzen zu setzen, dann bei einer solchen Entgleisung, die Herr Schemionek zurecht als unwürdig für ein Ratsmitglied bezeichnet hat.

Ich hoffe sehr, dass die Benannten den Anstand besitzen, ihr Fehlverhalten einzusehen und sich bei dem Ratsvorsitzenden und den Eltern zu entschuldigen, um zu zeigen, dass solche niveaulosen Attacken ein bedauerlicher Einzelfall bleiben sollen.

Dr. Frederik Holst, Kolborn

^ Seitenanfang