Online: 13.07.2018 - ePaper: 14.07.2018

Würde des Menschen ist unantastbar

Betrifft: Anschlag auf Auto von Wilhelm von Gottberg (AfD MdB)

Um es ganz klar zu sagen: Kein einziger Inhalt, den Wilhelm von Gottberg vertritt, findet meine Zustimmung. Ich verurteile, dass von Gottberg und seine neue Partei in unsäglicher Weise Auffassungen vertreten, die wir längst überwunden glaubten. Ich finde es schlimm, dass Flucht und Vertreibung für von Gottberg offensichtlich keinen Grund für Menschlichkeit und Humanität darstellen. Ich lehne ganz viele Äußerungen ab, die von Gottberg als Vertriebenenfunktionär für die Ostpreußen gemacht hat. Mir bereitet es Unbehagen, wenn ich im Lüchow-Dannenberger Kreistag Diskussionen führen muss, bei denen die ultrakonservativen Auffassungen eines ewig gestrigen Kreistagsabgeordneten eine Rolle spielen.

Und trotz alledem kann und darf es nicht sein, dass Kriminelle von Gottberg und sein Eigentum angreifen. Und auch deshalb verurteile die Geschehnisse der jüngeren Vergangenheit auf das Schärfste. Ich fordere das gesamte demokratische Spektrum auf, sich von diesen Angriffen zu distanzieren und sich gegen Gewalt gegen Menschen und Sachen auszusprechen. Wir dürfen nicht zulassen, dass derartige Anschläge zum akzeptierten Mittel der politischen Auseinandersetzung werden. Und das gilt ganz klar für Angriffe von links und die von rechts.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Das ist Satz eins unseres Grundgesetzes. Er richtet sich an alle staatlichen Institutionen und ist eine Handlungsmaxime, die wir gerade politischen Repräsentanten wie Wilhelm von Gottberg und vielen Mitgliedern seiner Bundestagsfraktion in Erinnerung rufen müssen. Und selbstverständlich müssen wir gemeinsam auch für die Menschenwürde von Wilhelm von Gottberg eintreten. Täten wir das nicht, was wären wir dann?

Klaus-Peter Dehde,

Neu Darchau

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