Online: 10.08.2018 - ePaper: 11.08.2018

Kein Journalismus, sondern Schmarrn

Betrifft: Kommentar "Verbittert" von Jens Feuerriegel (EJZ vom 4. August)

Meistens kommentiert Herr Feuerriegel recht rational, aber "Verbittert" ist wohl der Hitze mit ihren Folgen geschuldet. Was will er sagen? Der Psychologe Martin Dornes habe ein Buch geschrieben. Fein! Freu! Worüber?

Statt "... den Verlust des Ideals ... zu betrauern ..." würden Linke, Alternative und so weiter dem Kapitalismus "... dramatische Zustände in einem dramatisch ungerechten Land ..." anlasten. Mein erster Gedanke war Trump, die EU als Feindin, eine Mauer gegen Mexiko und so weiter, dramatische Zustände völlig ohne Alternative, Alt-68er und so weiter. Mein zweiter Eindruck war die Frage, ob Herr Feuerriegel fähig wäre, unter Systemkritik auch "Der dritte Weg" von Ota Sik (Prager Frühling) oder Club of Rome zu subsummieren, und wenn sich nach den von der EJZ vorgestellten Ergebnissen die Lebenszufriedenheiten von Arm und Reich anglichen, müsste eine Alleinerzieherin mit zwei Kindern so zufrieden wie Paris Hilton sein. Nein, liebe EJZ, das ist kein Journalismus, das ist ein Schmarrn.

Nico Paech kann gerne Bahn fahren und auf Flieger verzichten, das wäre ebenso wenig erwähnenswert wie ich einen CO2-freundlichen Diesel fahre. Aber es reicht schon, wenn die AfD auf alles eindrischt, was nicht in ein Schmalspurraster passt. In ein solches Raster gehört Feuerriegels Meinung, das Naturell des Menschen sei grundsätzlich auf Wettbewerb und Wohlstand ausgerichtet oder einfach kurz und knapp: America first!

Michael Langer,

Wustrow

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