Online: 10.08.2018 - ePaper: 11.08.2018

Konsum ist nicht alles

Betrifft: Kommentar "Verbittert" von Jens Feuerriegel (EJZ vom 4. August)

Die Behauptung, die Forschung würde belegen, dass Konsum glücklich machen würde, ist in dieser Einfachheit nicht haltbar. Herr Feuerriegel bezieht sich zu dem Thema Glück auf einen Soziologen und eine EJZ-"Buchbesprechung".

Es wäre eventuell hilfreicher gewesen, sich an einem Wissenschaftler wie Nico Paech, den er in seinem Kommentar erwähnt, oder an dem Soziologen Hartmut Rosa zu orientieren.

Diese belegen, wie viele andere Untersuchungen zu dem Thema, Zitat: "Die seit Neuestem auch in den Wirtschaftswissenschaften viel beachtete ‚Glücksforschung' führt zur Einsicht, dass eine Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens nach Erreichung eines bestimmten Niveaus keinen weiteren Zuwachs an Glück stiftet." (Nico Paech, Befreiung vom Überfluss, oekom-Verlag 2012). Laut einer Psychologiestudie zum Thema Glück (veröffentlicht im "Spektrum der Wissenschaft") liegt Deutschland auf Platz 16 von 157 Ländern. Somit kann also der Konsum als Glücklichmacher nicht der einzige Faktor sein.

Der Mensch als soziales Wesen braucht mehr Komponenten zum Glücklich sein als nur Konsum.

Zur vermeintlichen Verbitterung, wie von Feuerriegel beschrieben, sei hier auf das Buch von Thomas Piketty "Das Kapital im 21. Jahrhundert" hingewiesen. Darin wird durch minutiöse Untersuchungen belegt, wie sehr der derzeitige Wachstumswahn die Ungerechtigkeit in vielen Lebensbereichen bevorteilt. Im Wissen dessen haben die Veranstalter von "Buen Vivir" versucht, eine Diskussion loszutreten, was offensichtlich gelungen ist.↔Albert Doninger,

Trebel

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