Online: 17.08.2018 - ePaper: 18.08.2018

Stirbt der Planet, sterben auch wir

Betrifft: Das Thema Bankrott

Zuerst müssen wir feststellen, dass es uns gar nicht schlecht gelungen ist, uns über viele Unbillen der bisweilen doch als recht hart empfundenen Natur hinwegzusetzen. Immerhin sind wir eine Spezies, die ihre Lebenserwartung in den vergangenen Jahrhunderten zu steigern wusste. Auch die Lebensqualität konnte zumindest in materieller Hinsicht verbessert werden. Wir konnten unser Wissen über viele Generationen so weit verdichten, dass es uns erlaubt ist, über unseren eigenen Lebensraum hinauszugreifen und in Dimensionen vorzudringen, durch die wir uns sogar vernichten können.

Leider werden mehr und mehr die Schattenseiten unseres Verhaltens sichtbar. Die kommen immer zum Vorschein, wo der menschliche Geist am Wirken ist. Beispielsweise die räuberische Verwirklichung eigener Vorteile, wenn Rohstoffe oder Nahrungsmittel vernichtet werden, um die Preise zu beeinflussen, oder wenn wir Genstrukturen manipulieren. Oder wenn wir uns zum Erreichen materieller Ziele ökologisch den Ast absägen, auf dem wir sitzen.

Spiegelt sich in unserem Verhalten nicht gerade das Verhalten von Krebszellen wider, die aus der Organisation ihres Verbandes ausgestiegen sind und durch die rücksichtslose Verwirklichung ihrer Interessen eine unbegrenzte Freiheit anstreben, um später ernüchtert festzustellen, dass gerade dieses Verhalten ihnen den Boden zum Weiterleben entzieht? Genauso wie wir erkennen müssen, dass das Sterben unseres Planeten unser eigenes Ende mit einschließt.

Claus Kruse, Clenze

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