Online: 14.09.2018 - ePaper: 15.09.2018

Unzufriedenheit über die Rente wächst weiter

Betrifft: Rentenpaket der Bundesregierung

Beim neuen Rentenpaket, das im Bundestag beschlossen wurde, spricht der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) großspurig von einem Neustart für mehr Verlässlichkeit in der Rente und Sicherheit und Gerechtigkeit für alle Generationen. Leider muss ich dem Arbeitsminister widersprechen. Die Verbesserungen, die bei der Erwerbsminderungsrente beschlossen wurden, gelten ab 2019 nur für Neurentner. Dann wird die Zurechnungszeit für diesen Personenkreis von zurzeit 62 Jahren und drei Monaten auf 65 Jahre und acht Monate erhöht. Die Bestandsrentner, deren Zahl fast 20 Prozent aller Neurentner ausmacht, gehen wieder leer aus. Und dann von einer sozialen Gerechtigkeit zu sprechen, ist schon sehr dreist. Unter der damaligen Rot-Grünen Bundesregierung von Kanzler Gerhard Schröder wurde im Jahr 2001 eingeführt, die Erwerbsminderungsrenten um Abschläge bis zu einer Obergrenze von 10,8 Prozent zu kürzen. Die verantwortlichen Politiker sollten folgendes bedenken, dass diese Menschen zum Erhalt des Wirtschaftsstandortes Deutschland beigetragen, teilweise im Niedriglohnsektor gearbeitet haben und dadurch nicht in der Lage waren, eine Altersvorsorge abzuschließen und in erster Linie nicht freiwillig, sondern aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen aus dem Erwerbsleben ausscheiden mussten. Die jetzigen Erwerbsminderungsrentner leiden sehr unter den niedrigen Renten und sind hiermit armutsgefährdet. Dadurch wird der soziale Zusammenhalt in Deutschland zerstört und die große Unzufriedenheit wächst. Ich fordere hiermit die Sozialverbände auf, weiterhin in diesem Bereich am Ball zu bleiben, um Verbesserungen für die jetzigen Erwerbsminderungsrentner zu erzielen. Man sollte eventuell mit einer bundesweit angelegten Unterschriftenaktion starten, um somit den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, damit in erster Linie die bestehenden Abschläge rückgängig gemacht werden. Ansonsten werden die großen Parteien weiter an Zustimmung verlieren. Herbert Seerau, Bevensen

^ Seitenanfang