Online: 14.09.2018 - ePaper: 15.09.2018

Mit Arzt abklären

Betrifft: Artikel "Johanniter geben Tipps gegen Flüssigkeitsmangel im Alter" (EJZ vom 28. August)

Lobenswert ist, die Bevölkerung durch Zeitungsartikel gesundheitsbewusster werden zu lassen. Zum Rat der Johanniter an die Senioren in unserer Gesellschaft, mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit neben den Mahlzeiten zu sich zu nehmen, habe ich als Internistin einen gravierenden Einwand. Gerade im fortgeschrittenen Alter mehren sich in der Bevölkerung Erkrankungen von Herz und Nieren, damit auch die Fähigkeit des Organismus, überflüssiges Wasser wieder aus dem Körper auszuscheiden. Das führt zu Wasser in den Beinen oder, noch deutlich schlimmer, zu Wasser in der Lunge. Eins der häufigsten Medikamente in dieser Bevölkerungsgruppe sind die Entwässerungstabletten, die Wasser aus dem Gewebe entfernen helfen. Flüssigkeitszufuhr ist daher nicht ungefährlich, kann im schlimmsten Fall zu Atemnot und Erstickungsanfällen führen. Meine große Bitte insbesondere bei Empfehlungen für die Älteren: wegen häufiger Herz-, Kreislauf- und Nierenerkrankungen nicht pauschal zu reichlicher Flüssigkeitszufuhr raten, sondern dazu, die Trinkmenge mit dem Hausarzt abzustimmen.

Dr. Barbara Khanavkar, Vietze

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