Online: 14.09.2018 - ePaper: 15.09.2018

Minister Lies hoch zu Ross?

Betrifft: "Kein Gespräch über Bio-Tonne" (EJZ von 8. September)

Gerade in der jetzigen Zeit wirbt die Politik um Bürgernähe und Vertrauen. Ein offener Austausch mit dem Bürger soll gepflegt werden. Meinungen und Ansichten sollen nach Wunsch der Politiker in einem Konsens enden. Da liest man die EJZ vom 8. September: "Kein Gespräch über Bio-Tonne." Das Umweltministerium sieht in einer kurzen Mitteilung keinen Gesprächsbedarf. Da stellt sich mir die Frage: Ist Herr Lies ein Volksvertreter? Auf welchem "hohen" Ross reitet er denn? Bislang war ich der Meinung, dass Demokratie, Dialog, Austausch und Kompromisse bedeuten. Wohl eine Illusion, die Politikverdrossenheit fördert. Da wird ebenso "nur" ein Gespräch abgelehnt. Wer zahlt diesen Minister, wer hat ihn gewählt? Für mich ist das eine Unverschämtheit.

Jeder der in diesem Landkreis lebt, kennt die ländlichen Strukturen. Wir brauchen keine Bio-Tonne. Man stelle sich mal die Realität vor: (Noch) haben wir landwirtschaftliche Betriebe, auch im Nebenerwerb, Kleintierhalter und heimische Gärten. Sollen diese jetzt ihre Kartoffelschalen in die braune Tonne schmeißen und nicht mehr den Hühnern, dem Hausschwein oder den Kaninchen geben? Ein landwirtschaftlicher Betrieb, mit Misthaufen, ein Haushalt mit Komposthaufen, all die Kleintierhalter, kann wohl kaum besser verwerten und entsorgen. Realitätsfremder kann Politik wohl kaum sein. Greift den Bürgern weiter mit unsinnigen Vorschrifften in die Brieftasche... wundert euch aber nicht, wenn eure Umfragen den Bach runter gehen. Die nächste Wahl kommt, da rächt es sich hoffentlich. Der Landkreis Stendal ist ein gutes Beispiel. Kalle Behrens zitiert den Landrat: "die Bio-Tonne" war der größte Fehler."

Ich wünsche dem Kreistag Ausdauer und Kraft in dieser Auseinandersetzung und dem werten Umweltminister Lies einen guten Ritt... Jens Platz, Clenze

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