Online: 10.06.2011

Betrifft: Baugenehmigungen für Hähnchenmastställe Jetzt ist es soweit: Der Hähnchenwahnsinn ist auch im Wendland angekommen. Dass die Genehmigungsbehörde sich hinter Gesetzen verstecken kann, die solche tierquälerischen Großmastställe zulassen, ist vielleicht noch nachvollziehbar. Völlig unverständlich ist aber, dass nicht einmal der Einbau eines Filters zur Auflage gemacht wurde.

Hähnchenwahnsinn angekommen

Ein Filter könnte über 70 Prozent der gefährlichen Keime zurückhalten, die solche Ställe emittieren. Die EHEC-Erkrankungen geben eine Vorstellung davon, wie schnell sich Keime ausbreiten können und wie unzureichend wir auf neue Erreger-Spielarten vorbereitet sind.

Nach Gesprächen mit Vertretern mehrerer Landesministerien wissen wir, dass die Forderung eines Filtereinbaus im Ermessen des Landkreises liegt. Warum wurde dieser Spielraum nicht genutzt? Wer steckt dahinter? Hängen Politik und Verwaltung an den Strippen der Fleischkonzerne? Rangiert in der Werterangfolge unserer Behörde die Gewinnmaximierung für Einzelne höher als die Gesundheitsvorsorge für die Bevölkerung?

Und wenn dem so ist, wäre das nicht verantwortungslos und kriminell zu nennen? Mit der Wahl im September könnte der Wähler einen längst fälligen Denkzettel erteilen.

Irene Strauß, Leisten

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