Online: 02.07.2011

Betrifft: Kreistagssitzung in Schnega am 20. Juni In der Einwohner-Fragestunde hatte sich die Verwaltung mit dem Vorwurf auseinanderzusetzen, im Zusammenhang mit Hähnchenmastanlagen rangiere die Gesundheitsvorsorge hinter der Wahrnehmung wirtschaftlicher Interessen. Baudirektor Weinhold wies diesen Vorwurf zurück und behauptete unter anderem, es gebe noch keine zugelassene Filteranlage.

Filter in Niederlanden Standard

Nun lassen sich Fakten aber nicht einfach »zurückweisen». Herr Weinhold hätte in seinen eigenen Unterlagen ein Schreiben der Landesregierung finden können, das die Existenz zertifizierter Filteranlagen für Geflügelmastställe bestätigt und darauf hinweist, dass nach emissionsschutzrechtlichen Vorgaben schädliche Umwelteinwirkungen (wie zum Beispiel Bioaerosole) auf ein Mindestmaß zu beschränken sind. Er müsste außerdem wissen, dass Abluftanlagen in den Niederlanden schon seit Jahren Standard sind.

Lassen wir offen, ob bei der erwähnten »Zurückweisung» nur Ignoranz oder gar Lüge im Spiel war. Eine Frage bleibt aber bestehen: Selbst wenn eine Filteranlage etwas mehr kostet als der vorgesehene schlichte Abluftturm, was ist uns die Gesundheit eines Menschen wert?

Einmal ganz abgesehen vom unquantifizierbaren menschlichen Leid, ist die medizinische Dauerbehandlung eines einzigen Asthmapatienten teurer als eine Filteranlage. Gegen gute Argumente gibt es jedoch ein erprobtes Mittel: ignorieren und notfalls einfach zurückweisen.

Irene und Johann

E. P. Strauß, Leisten

^ Seitenanfang