Online: 08.07.2011

Betrifft: Artikel »Ein Plädoyer für die Gentechnik» (EJZ vom 20. Juni) Das zieht einem doch die Schuhe aus! Man fasst es nicht: Da redet eine Dame, die anscheinend ein Aushängeschild des Raiffeisenverbandes ist, der Gentechnik das Wort, und zwar in einer Art, die den Zuhörer absolut für dumm verkauft. Allein der Satz, dass dem Laien die Thematik »schwer vermittelbar» sei, zeigt, was sie von den 80 Prozent der Bevölkerung hält, die gegen Gentechnik im Essen sind - das sind nämlich allesamt Idioten, die nichts verstehen, und dazu auch noch angstbesessen und »romantisch» sind.

Glühendes Plädoyer für Bio-Produkte

Wenn das aber, was sie behauptet, stimmen sollte, nämlich, dass schon fast sämtliche Lebensmittel, die wir verzehren, genveränderte Produkte sind, dann hat sie unfreiwillig ein glühendes Plädoyer für Bio-Produkte gehalten. Dr. Döring hat wohl noch nicht gemerkt, dass wir an der Schwelle neuer Zeiten stehen, und Gentechnik im Essen gehört nicht dazu. So auch der offensichtliche Versuch, den Teilnehmern des Bauerntages in Krummasel genmanipulierten Anbau schmackhaft zu machen. Vielleicht merkt man es aber doch und muss nun versuchen, gegenzusteuern?

Unerklärlich, welch stellvertretende Rolle die Skepsis der Landwirte beim Thema Gentechnik einnehmen soll. Dass die Angst der Landwirte vor Abhängigkeit nicht stellvertretend für etwas anderes steht, sondern gerade durch die Praktiken von Firmen wie Monsanto kommt, die genmanipulierte Saat vertreiben und die Landwirte ausschließlich an ihrer Leine führen, wird tunlichst nicht erwähnt.

In Zeiten von Facebook sollte man sich übrigens hüten, etwas zu verlautbaren, das sich ganz schnell gegen einen selbst richten kann. Ich jedenfalls werde eine solche Firmenpolitik wie die des Deutschen Raiffeisen-verbandes nicht unterstützen und weder mein Benzin noch sonst irgendwelche Dinge dort mehr kaufen.

Haninga Thiel, Damnatz

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