Online: 30.07.2011

Betrifft: Massentierhaltung Als neu hinzugezogene Wendländer - wir kommen ursprünglich aus Utrecht/Niederlande - verfolgen wir mit großer Betroffenheit die Diskussionen um die geplanten Massentierhaltungsställe. Wie so viele andere Menschen sind auch wir entschiedene Gegner dieser Tierfabriken. Durch nichts, aber auch gar nichts lässt sich diese Tierquälerei in irgendeiner Weise rechtfertigen.

»Behörden machen sich zu Außenseitern»

Dass aber obendrein eine Genehmigungsbehörde auch auf Menschen keinerlei Rücksicht nimmt, versetzt uns in großes Staunen. So scheint es in Deutschland völlig egal zu sein, dass zum Beispiel allein in Schnega 150 Asthmatiker leben, teilweise in unmittelbarer Nähe des geplanten Stalles, und dass sich weiterhin im nahen Umkreis Schule, Kindergarten und Sportplatz befinden. Diese Menschen sind nicht einmal eine Filteranlage wert. In Holland ist der Einbau einer solchen längst Pflicht - vor Inbetriebnahme natürlich und nicht erst, wenn bereits die halbe Umgebung krank ist, die dann versuchen soll, die Ursache der Krankheit zu beweisen.

Auch werden inzwischen von der holländischen Regierung für die Schließung der (alten) Großraumställe, die keine Filteranlage haben, Abrissprämien gezahlt. Mit der Abrissprämie verpflichtet die Regierung die Massentierhalter, ihre neuen, mit einer Filteranlage versehenen Tierfabriken in dafür ausgewiesenen Gebieten weit außerhalb der Wohngebiete zu errichten.

Wir verstehen die Behörden nicht, die es einzelnen erlauben, derart auf Kosten der Gemeinschaft agieren zu können. Wir verstehen auch die künftigen Betreiber dieser Tierfabriken nicht: Nicht nur, dass kein Hauch von Mitgefühl mit der leidenden Kreatur vorhanden ist, lassen sie sich von den profitierenden Konzernen total einwickeln und machen sich zu Außenseitern der Gesellschaft und der dörflichen Gemeinschaft. Wie kann man sich auf diese Art wohlfühlen?

Helga Schumann,

Tom Kooijman,

Utrecht und Proitze

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