Online: 01.08.2011

Betrifft: Artikel »Maststall-Keil in der Castor-Front (EJZ vom 28. Juli) Die Haltung zur Atomenergie ist im Landkreis, zumindest was das Ziel betrifft, heute identitätsstiftend - ja, für manche der politische Grund, den Landkreis zu erhalten. Jedenfalls ist es nicht besonders mutig, sich hier auch extremer zu gebärden.

Traurig, was passiert

Wer hier mit Blick auf Versorgungssicherheit und überhaupt die realen Machtverhältnisse agiert, ist gleich als der wahre Gegner im eigenen Lager identifiziert und sieht sich übler Rhetorik manchen Wutbürgers ausgesetzt.

Mutiger ist es da schon, nicht nur artgerechte Tierhaltung zu fordern, sondern auf die Schlachthöfe und Zulieferer zu zeigen, Missstände öffentlich zu machen. Ich denke die Landwirte, die sich dieser Qualhaltung verschrieben haben, ahnen, was sie da machen. Diese Gedanken mögen für sie so bedrohlich sein, dass jegliche Kritik aus dem Bewusstsein ausgeschlossen wird. Sie wollen es nicht hören, also darf es nicht gesagt werden. Schon die Diskussion in der BI ist da einigen zu viel. Für die notwendigen Zwischentöne ist kein Ohr da.

Allein das Bestehen auf dem staatlichen Gewaltmonopol stempelt einen selbst zum Platzbesetzter, ja Verbrecher; sogar wenn man selbst die Anti-Castor-Tools Blockade und Besetzung niemals gegen Familienbetriebe richten würde. Traurig, was in den Orten, in den Familien und - ja - auch in der BI gerade passiert. Hier sollten sich übrigens die besseren, die »guten Atomkraftgegener» hervortun. Grünen-Bashing ist öde.

Jörg Hoffheinz, Dannenberg

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