Online: 20.08.2011

Betrifft: EJZ-Artikel vom 12. August Zeitungslesen bildet, insbesondere, wenn man Querverbindungen zwischen verschiedenen Meldungen herstellt. Noch spannender wird es, warum man bestimmte Meldungen vergeblich sucht.

Klientelpolitik schadet allen

Da wird im Artikel »Hunger ist Menschenwerk» aus dem Weltagrarbericht zitiert, unter anderem: »Über ein Drittel der Getreideernte der Welt wird an Tiere verfüttert.» »Die Industrieländer produzieren zu viel Fleisch.» »Fleisch ist einer der größten Klimakiller.» »Europa ist zu 70 % abhängig von Eiweißfrüchten, die wir aus Lateinamerika importieren.» »Wir müssen Abschied nehmen von Monokulturen.» »Wir müssen im Treibhaus Erde auf Vielfalt setzen.»

In derselben Zeitungsausgabe lesen wir, dass IHK-Präsident Manzke die geplante Großschlachterei in Wietze verteidigt, die jährlich über drei Millionen Hähnchen »verarbeiten» will. Als Grund führt er lokale Arbeitsplätze von regionalwirtschaftlicher Bedeutung an. Motto: Das Hemd ist mir näher als die Jacke.

Vollkommen auf Tauchstation gehen die Vertreter der Bauernverbände und die für Landwirtschaft zuständigen Politiker. Sie reagieren mit Stillschweigen auf den unwiderleglichen Vorwurf, dass ihre Politik hin zu immer größeren, industrialisierten Landwirtschaftsbetrieben die Krisen der Welt weiter verschärft. Motto: Gewählt werden wir nicht von den Hungerleidern da draußen!

Nur der Wähler kann sie daran erinnern, dass engstirnige, ethikfreie Klientelpolitik letztenendes immer nur Schaden für alle anrichtet.

Johann E. P. Strauß,

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