Online: 17.09.2011

Betrifft: Protestaktionen gegen Mastställe Freie Meinungsäußerung ist wichtig, das kann auch jeder für sich so umsetzen, aber nicht mit Gewalt! In den Medien wurde es so dargestellt, als wenn die Besetzer der Maststall-Baustelle in Teplingen völlig ruhig und gewaltfrei agierten. Als wir am Sonntag von der Besetzung hörten, bin ich mit meinen Kindern und einigen Mitbürgern aus Teplingen zum besetzten Platz gefahren, da auch meine Kinder sehen wollten, was da geschehen war. Als wir dort ankamen, wurde wir als Nazi-Teplinger, Schweinefleischfresser und einiges mehr beschimpft.

Gewalt kann kein Protestmittel sein

Die Titulierung als »Nazis» ist schon ein starkes Stück, doch es wurde des Weiteren gedroht, uns zu überfahren, wenn wir den Weg nicht verlassen würden.

In den Medien wurde nichts darüber erwähnt. Ebenso kein Wort darüber, dass die Besetzer mit Knüppeln bewaffnet waren und sich in strafbarer Weise Holz aus den umliegenden Wäldern aneigneten, um ihre »Bauwerke» zu errichten. Es war nur von »selbstjustizierenden» Bauern die Rede. Dass die Besetzer drohten, unsere Häuser anzuzünden und den Stall, sobald dieser fertiggestellt ist, war nirgends zu lesen oder zu hören. Warum eigentlich nicht? Es mutet schon etwas eigenartig an, wenn man hört, dass diese Platzbesetzer mit Lebensmitteln von der »Tafel» verpflegt wurden.

Dass alle Zelte am Montagabend kontrolliert wurden, bevor sich ihnen auch nur ein Trecker näherte, findet ebenso keine Erwähnung. Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, dass mindestens vier Besetzer einen Trecker, in dem sich ein Mann mit seinem Dackel befand, mit Steinen bewarfen, um ihn zu vertreiben, damit schwere Verletzungen provozierten, den Mann sogar verletzt und das Tier total eingeschüchtert haben. Das hat durchweg kriminelle und in keinster Weise friedlichen oder tierfreundlichen Charakter. Auch hiervon in der Presse eine sehr »ausgedünnte» Variante.

Zu hoffen bleibt, dass irgendwann unsere Kinder im Dorf keine Angst mehr haben müssen, wenn sie morgens an der Bushaltestelle warten, denn hier zur Schau gestellte Gewalt bedrückt im hohem Maße und schüchtert sie total ein. Ich würde mir wünschen, dass die Medien verantwortungsvoller recherchieren, Tatsachen nicht verdrehen oder verschweigen würden und so der Wahrheit näherkommen.

Denise Hermanns, Teplingen

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