Online: 06.02.2012

Betrifft: Bericht über den Neujahrsempfang in Schnega (EJZ vom 23. Januar) Die EJZ berichtete korrekt, dass ich während meiner Ansprache beim Neujahrsempfang mein Unverständnis über die Ablehnung einer Resolution durch den Gemeinderat Schnega geäußert habe, die eine Distanzierung des Brandanschlages auf den Hähnchenmaststall im Ortsteil Bahnhof beinhaltete. So weit so gut.

Jede Gewalt ist kriminell

Der Berichterstatter der EJZ erläuterte dann, dass Mitglieder des Rates ihm gegenüber ihre Ablehnung begründet hätten mit dem Argument, dass die Resolution überraschend eingebracht worden sei und inhaltlich überzogen war. Ich weiß nicht, mit welchen Ratsmitgliedern der EJZ-Mitarbeiter gesprochen hat, jedenfalls ist die Begründung schlichtweg unwahr. Die Resolution wurde als Tischvorlage eingebracht, sie enthielt drei kurze Absätze. Der Text wurde ausführlich im Rat beraten und dann zusammengestrichen. Aus den drei kurzen Absätzen wurden viereinhalb Zeilen.

Der Vergleich des Brandanschlages mit dem Kaufhausbrand 1970 in Frankfurt/Main wurde ebenfalls herausgestrichen. Es blieb im Text lediglich die Aufforderung an die Bürgerinitiative »Gegen die Hähnchenmast», sich eindeutig von dem Brandanschlag zu distanzieren. Das hat die Bürgerinitiative bis heute nicht getan. Sie hat lediglich nach dem Brand-anschlag verlauten lassen, dass sie gegen Gewalt sei. Dennoch bekam dieser kurze Text bei der Abstimmung keine Mehrheit.

Als Begründung für den Resolutionsentwurf habe ich ausgeführt, dass unterschiedliche Auffassungen zur Hähnchenmast im demokratischen Rechtsstaat nur gewaltfrei auszutragen sind. Jedwede Gewaltanwendung - auch Gewalt gegen Sachen - ist kriminell. Im Übrigen habe ich den Gegnern der hier in Rede stehenden Hähnchenmast empfohlen, ihre Energie auf den Gesetzgeber zu konzentrieren, der es in der Hand hat, die derzeitige Methode der Hähnchenmast gesetzlich zu verbieten. Wilhelm von Gottberg,

Külitz, Bürgermeister in Schnega

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