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Winterurlaub: Das ist wichtig fürs Handy-Roaming

Heidelberg. Seit dem Wegfall der Roaming-Aufpreise in der EU ist die Handynutzung im Ausland einfacher geworden – doch Hindernisse bleiben. Die Tarifexperten von Verivox zeigen, wie Verbraucher die Kostenfallen umgehen und auf der Weihnachts- oder Silvesterreise möglichst günstig mobil surfen.

Kostenfalle 1: Ausnahmen im O2-Netz möglich

Bei der Telekom, bei Vodafone und vielen Mobilfunk-Discountern ist „EU-Roaming wie zu Hause“ automatisch aktiviert. Eine Ausnahme gilt für einige O2-Kunden: Wer einen alten Tarif mit Datenpaket fürs EU-Roaming hat, sollte vor der Reise aktiv werden und bei Bedarf den Tarif umstellen lassen. Andernfalls kann O2 noch nach den vereinbarten Bedingungen abrechnen. Die Umstellung auf die EU-Regulierung ist jederzeit kostenfrei möglich – entweder über die O2-App oder per SMS an 65544 mit dem Betreff “JA”.

Eine zweite Ausnahme gilt für Smartphone-Tarife, die nur im Inland nutzbar sind. Hier ist die Roaming-Nutzung auch nachträglich nicht zuschaltbar, weder inner- noch außerhalb der EU. Bislang gibt es solche Tarife nur bei Discountern im O2-Netz.

Kostenfalle 2: Für Bordnetze greift keine Regulierung

In satellitengestützten Schiffs- oder Flugzeugnetzen greift keine Roaming-Regulierung – auch dann nicht, wenn die Reise innerhalb der EU stattfindet. „Bei Bordnetzen entscheiden die Betreiber selbst über die Preisgestaltung; mehrere Euro pro Minute oder Megabyte sind hier keine Seltenheit“, sagt Christian Schiele, Bereichsleiter Telekommunikation bei Verivox. Wer Kosten vermeiden möchte, sollte das Handy schon vor Betreten des Schiffes oder Flugzeugs in den Flugmodus schalten. Für immer mehr Flugreisen sind jedoch Datenpakete zum Surfen erhältlich, die teilweise nicht mehr kosten als ein Sandwich oder ein Cappuccino am Flughafen.

Kostenfalle 3: Streaming-Pässe gelten nicht im Ausland

Telekom- und Vodafone-Kunden können seit diesem Jahr Datenoptionen buchen, mit denen Streaming oder Chatten möglich ist, ohne das Datenvolumen des Mobilfunktarifs anzutasten. Der Nachteil für Urlauber: Im Ausland gilt die Regelung nicht. Die Internetnutzung wird dann ganz regulär abgerechnet. Ob sich der Urlauber innerhalb der EU aufhält, ist auch hierbei unerheblich.

Kostenfalle 4: Außerhalb der EU drohen hohe Kosten

Außerhalb der EU werden weiterhin teils hohe Aufschläge beim Telefonieren und Surfen berechnet. Zusatzkosten können nicht nur bei Fernreisen anfallen, sondern auch für Länder innerhalb Europas, die nicht zur EU gehören. Das sind zum Beispiel die Schweiz, Andorra, Monaco oder San Marino.

Mit zusätzlich buchbaren Auslands-Datenoptionen sparen Urlauber bis zu 99 Prozent im Vergleich zu den voreingestellten Standardtarifen der Mobilfunkanbieter. Die Preise für Tages- oder Wochenpakete liegen zwischen 1,99 Euro und 29,99 Euro – je nach Datenvolumen und Laufzeit. Die Datenoptionen können beim eigenen Anbieter gebucht werden – per App oder SMS, auch noch im Urlaub. Surfen ohne Zusatzkosten ist außerhalb der regulierten EU-Zone grundsätzlich nur in WLAN-Netzen möglich.

So gehts

• Innerhalb der EU können Reisende (abseits der geschilderten Ausnahmen) ihren Tarif aus dem Inland genauso nutzen wie zu Hause. Außerhalb der EU werden Kunden zum Standard-Roamingtarif ihres Anbieters abgerechnet, sofern sie keine Datenoption gebucht haben.

• Grundsätzlich muss im Smartphone die Einstellung zum Datenroaming aktiviert sein; sonst ist die Nutzung des mobilen Internets nicht möglich. Datenroaming lässt sich meist im Bereich „Einstellungen“ unter „Mobilfunknetze“ anschalten.

• Welche Roaming-Option gilt, erfahren Verbraucher per Anruf beim Anbieter, über dessen App oder im Online-Kundenkonto.

• Wenn sich das „deutsche“ Telefon das erste Mal nach dem Grenzübertritt in ein ausländisches Netz eingebucht hat, erhält der Kunde eine SMS des Providers. Diese informiert über die entstehenden Kosten beim Telefonieren und Surfen und wird auch im EU-Regulierungsraum versendet. Die Buchung von Datenoptionen ist auch dann noch möglich.

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