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Eigentümer der ostdeutschen Braunkohle warnt vor Kohle-Ausstieg

In der Diskussion um die Zukunft der Kohle-Energie hat der Eigentümer der ostdeutschen Braunkohleunternehmen LEAG und MIBRAG vor einem vorzeitigen Ausstieg gewarnt. Die Energiewende in Deutschland sei "grundsätzlich eine großartige Idee". Aber die Kohle spiele in der Transformationsphase noch eine wichtige Rolle, sagte der Vorstand der Prager Energieholding EPH, Jan Springl, dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 1/2018, EVT 14. Dezember). Eine Volkswirtschaft wie die deutsche dürfe keinesfalls die Versorgungssicherheit aufs Spiel setzen, sagte Springl weiter. "Die Kohle wird auch in Deutschland noch mindestens 25 bis 30 Jahre gebraucht."

EPH hatte im vergangenen Jahr die ostdeutsche Braunkohle-Sparte des Energiekonzerns Vattenfall übernommen. Seitdem kontrolliert der Konzern fast die Hälfte der deutschen Braunkohleförderung. Ein vorzeitiger Ausstieg aus der Kohleverstromung würde seine Tochterfirmen in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier schwer treffen.

Im 'Capital'-Interview betonte Springl, EPH wolle sich in der Lausitz langfristig engagieren - "nicht für die nächsten 100 Jahre, aber auf jeden Fall so lange, bis das Kohlezeitalter einschließlich der Rekultivierungsmaßnahmen vorbei ist". Der Manager wies Vermutungen zurück, dass EPH durch eine gesellschaftsrechtliche Konstruktion über mehrere Zwischenfirmen darauf setze, die Folgekosten des Bergbaus auf den deutschen Steuerzahler abzuwälzen. "Das Ziel ist definitiv nicht, unsere Verpflichtungen loszuwerden", sagt er.

Springl räumte ein, dass die EPH-Dachgesellschaft nach gegenwärtiger Lage nicht für die Verpflichtungen ihrer Lausitzer Tochter LEAG haftet. Zugleich zeigte sich Springl unter gewissen Bedingungen offen für eine Absicherung der Haftung: "Wenn die Politik uns die Garantie gibt, dass sie die Rahmenbedingungen für unser Geschäft nicht ändert, sind wir bereit, über eine Patronatserklärung zu reden", sagte Springl. Mit einer Patronatserklärung würde EPH mit dem eigenen Vermögen für die Verpflichtungen der LEAG haften.

LEAG-Vorstandschef Helmar Rendez warnte vor den ökonomischen und sozialen Folgen eines möglichen Kohleausstiegs. Man könne nicht einfach einzelne Braunkohleblöcke schließen, ohne "Dominoeffekte" in den Tagebauen und damit auch in der gesamten regionalen Wirtschaft auszulösen, sagte Rendez gegenüber 'Capital'. Für die Lausitz erwarte er eine "faire Chance": "Wir brauchen noch 25 bis 30 Jahre, um hier etwas Neues zu entwickeln. Und diese Zeit möchten wir haben", sagte Rendez.

Für den Fall, dass eine künftige Bundesregierung die Abschaltung von Kohlekraftwerken durchsetzen sollte, verlangte der LEAG-Chef Entschädigungen. "Wer bestellt, muss auch bezahlen. Es gibt in Deutschland keine Berufsverbote oder willkürlichen Enteignungen. Und wir haben für unsere Anlagen alle Genehmigungen, die wir brauchen", sagte Rendez.

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